Montag, 15. Februar 2010

Ungarn Tag 1

Schon zum insgesamt 3. Mal durften wir vergangenes Wochenende zu Anna, Peter & Szombi in der Nähe von Budapest zum Baujagen kommen und es war auch diesmal wieder ein Kurzurlaub, der die Herzen jedes passionierten Terrierführers höher schlagen lässt! Unzählige gut angenommene Fuchs- und fast ebenso viele Dachsbaue warteten in dem großen Revier darauf, von den Hunden – einigen Russells und 2 Patterdales - kontrolliert zu werden.

Kurz nach 8:30 kamen wir Samstagfrüh am vereinbarten Treffpunkt an und sofort ging´s auf ins Revier, mit den Offroadern querfeldein durch die schneebedeckte Landschaft. Beim Jagdhaus angekommen, ging es nach einer kurzen Begrüßung mit den Revierbetreuern und der Zusammenlegung von Fahrgemeinschaften gleich weiter, wir hatten ja keine Zeit zu verlieren. In den ersten Bauen war nicht viel los, entweder war die Witterung so alt, dass die Hunde nicht einmal einschlieften, oder der Fuchs war schon ausgeflogen. Immerhin schien zum ersten Mal seit Tagen wieder die Sonne und auch die Temperaturen waren angenehmer als in der jüngsten Vergangenheit – da lässt sich so mancher Rotrock lieber die Sonne auf den Pelz scheinen als im dunklen und stickigen Bau den Tag zu verschlafen.

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3 Männlein stehen im Walde ganz still und stumm…;)

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Der erste Erfolg sollte trotzdem nicht allzu lang auf sich warten lassen. In einem recht kleinen Bau mit nur 2 Röhren stieß Affi gleich auf einen Gegner, was sich durch ihren giftigen Laut recht deutlich bemerkbar machte. Man konnte die Akustik von draußen sehr gut mitverfolgen und Affi´s fliegender Arbeitsstil (hinein – bellen, bedrängen – kurz wieder heraus um nach einem Alternativzugang zu suchen – wieder rein zum weiterarbeiten usw.) führte nach höchstens 10 Minuten dazu, dass die Fähe genervt den Bau verließ. Der erste Schuß fiel sofort, aber sie verschwand im angrenzenden Schilf, Affi ihr jedoch knapp auf den Fersen. Nach wenigen Augenblicken verließ die Fähe, gefolgt von Affi  wieder das schützende Schilf, wo Peter sie dann mit einem sicheren Schuß erlegen konnte. Waidmannsheil!

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Die folgende Kontrolle des Baus durch Louie ergab, dass kein weiterer Fuchs sich dort eingeschoben hatte. Also hieß es “zurück zu den Autos” und weiter im Plan.

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Bei einem der nächsten Baue verbrachten wir dann einige Zeit, ohne jedoch herauszufinden, was die verschiedenen Hunde unter der Erde länger festhielt. Es war kein wirklicher Laut auszumachen, aber die Hunde schlieften immer wieder ein, um dann nach der Reihe irgendwann das Interesse zu verlieren. 2 Einschläge wurden gemacht, die jedoch auch nicht zur Klärung der Situation beitrugen, also beschlossen wir, hier nicht weiter Zeit zu verlieren und lieber die restlichen Baue abzufahren.
Inzwischen war recht kräftiger Wind aufgezogen und die nächsten Bau lagen am offenen Feld, wo wir die Kraft & Kälte des Sturm hautnah erleben konnten. Eine große Dachsburg sah ordentlich abgelaufen aus und Janosch gab bald nach dem Einschliefen deutlich Laut. Das Glück war auf unserer Seite und das sollte die schnellste erfolgreiche Arbeit am Dachs in unserer bisherigen Baujagdkarriere werden:) Nachdem Janosch den Dachs einige Zeit gearbeitet hatte, konnte er ihn festmachen und die Messung ergab gerade mal ca. 70cm Tiefe, weshalb wir nicht lang herumfackelten und rasch einen Einschlag machten. Tatsächlich stellte sich die Röhre dann als Endröhre heraus und der Dachs lag in kürzester Zeit auf der Strecke, was wir Janoschs toller Arbeit zu verdanken hatten!

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Janosch, nachdem er den erlegten Dachs aus der Röhre gezogen hat

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Nach getaner Arbeit

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Eine der unzähligen Dachsfährten bei der nächsten Burg

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Die Kontrolle der nächsten Dachsburg, deren Zugänge autobahngleich abgelaufen waren, ergab, dass auch hier etwas daheim war. Da wir jedoch nicht mehr allzu lang Tageslicht haben sollten, ergab die Beratung, sich dieser Burg lieber am nächsten Tag zu widmen, da das Graben vermutlich eher anspruchsvoll sein würde.
Die vorhergehende Kontrolle zweier Strohtristen durch die Youngsters ergab leider “nichts daheim”, Freude hatten die 3 dennoch;)

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Wir traten also den Rückweg an und wurden im Jagdhaus noch bestens mit ungarischem Rehgulasch und allerlei Backwerk versorgt, am selben Tag hatte nämlich auch eine große Fasanjagd stattgefunden, wofür ordentlich aufgekocht worden war:)

Sonntag, 7. Februar 2010

Doppelt hält besser!

Während Obi noch rekonvaleszent ist und sich von den Strapazen des vergangenen Wochenendes erholt und Janosch zwar wieder halbwegs, aber eben noch nicht ganz fit ist, waren wir mit Affi heute wieder unterwegs – diesmal in einem benachbarten Bundesland. Der Plan war eigentlich, ruck-zuck 1 oder 2 Füchse zu sprengen und recht bald wieder daheim zu sein. Soweit so gut:)
Alle waren pünktlich am Treffpunkt und gemeinsam fuhren wir noch das Stück Forststraße, die restlichen 500m waren aber nur noch zu Fuß durch den Tiefschnee bergauf im Hochwald zu bestreiten. Oben angekommen, meinte ich nach kurzem Blick auf die Röhren noch “da könnte aber auch ein Dachs daheim sein”, so richtig ernst nahm das aber niemand, wir wollten als Kontrastprogramm zur letzten Woche diesmal ja ein paar Füchse sprengen!
Affi nahm eine der Röhren auch sofort an und kurz danach hört man sie giftig Laut geben. Als sich nach 20 Minuten noch nichts getan hatte, ergab eine Messung gerade mal 1m Tiefe – das lässt man sich natürlich nur ungern entgehen… Also wieder hinunter zum Auto und mit den Grabwerkzeugen geschultert zurück den Berg hinauf.

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Inzwischen hatte es sich auch richtig schön eingeschneit. Während des Grabens konnten wir die Vorgänge unter der Erde zumindest akustisch hautnah mitverfolgen, da eine kleine Lüftungsröhre fast senkrecht in die Höhe zog und den Schall weiteleitete. Man glaubte also immer schon direkt am Geschehen zu sein, in Wirklichkeit lag jedoch noch ein guter Kubikmeter Erde zwischen uns und Affi mit ihrem Gegner. Unten angekommen, mussten wir feststellen, dass sich die Action wie aufgrund der Geräusche schon vermutet, etwas weiter Richtung Eingangsröhre verlagert hatte, wir also hinter Hund & Raubwild herausgekommen waren. Ein zweiter Einschlag war also nötig, aber auch der war bald geschafft. Während der Graberei waren wir uns eigentlich zu mindestens 99,9% (wenn nicht mehr) sicher, dass Affi einen Fuchs arbeitete. Ihr Laut und die gesamte Geräuschkulisse war dementsprechend giftig und feurig, außerdem bildeten wir uns ein, ganz deutlich das typische Abwehr”fauchen” des Fuchses zu hören. In der Röhre beim zweiten Einschlag fanden wir dann eine recht lange weiße Granne, die erste Zweifel aufkommen ließ – auch vom einem sonst entgegenströmenden Fuchsodeur war nichts zu bemerken. Selbst als Affi von der Arbeit abgezogen worden war, konnten wir noch nicht wirklich sagen, ob sie jetzt eigentlich am Fuchs oder evtl. schon wieder am Dachs war, so nass war das Erdreich und Hund & Raubwild dementsprechend schlammverkrustet.

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Erst als der erlegte Dachs ans Tageslicht gezogen wurde stand fest – schon wieder ein Grimbart, diesmal allerdings ein junger!

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Von der Lektion vor einer Woche doch eine Spur schlauer geworden, schielte Christian weiter Richtung Einschlag und tatsächlich huschte schon wieder ein zweiter Dachs vor dem Loch vorbei… durch die Übersichtlichkeit der gearbeiteten Röhre war es diesmal allerdings ein (relativ) Leichtes, auch den noch zu bekommen. Knapp 10 Minuten später hatten wir ihn – wieder ein Jungdachs. Etwas mehr als 2 Stunden hat die Arbeit diesmal nur gedauert und Affi hat einmal mehr ihr Allroundtalent im Bau bewiesen. 2 mal Dachs im Doppelpack innerhalb von 1 Woche passiert einem auch nicht oft.

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Kommendes Wochenende geht´s nach einem ganztägigen Einsatz auf der Wieselburger Jagdmesse am Freitag auf nach Ungarn, um dort mit ein paar Freunden hoffentlich erfolgreich der Baujagd zu frönen:)

Montag, 1. Februar 2010

“Unglück im Glück”

Nein, das ist kein fehlerhaftes Zitat eines bekannten Sprichtworts, sondern eine recht passende Beschreibung des gestrigen Tages:) Schnell hätte es gehen sollen (und auch können!), waren ja gerade mal 2 Baue zu kontrollieren. Einen ersten Anlauf hatten wir schon im Vorjahr genommen, damals jedoch mitten in der ärgsten Frostperiode auf ein Graberlebnis der anderen Art freiwillig verzichtet und somit beutelos den Rückzug angetreten. Heuer war es auch frostig, allerdings nicht so extrem wie damals, was uns dann aber trotzdem ein ganz besonderes Graberlebnis bescherte. Aber alles schön von Anfang an…
Treffpunkt 8:30, alle da, kurz gescherzt (“graben will ich nicht!” meinte ein Schütze nachdrücklich) und auf ging´s, die 150m in den Wald hinauf zum Ort des Geschehens, wo wir den Rest des Tages verbringen sollten – was uns zu dem Zeitpunkt aber natürlich noch nicht klar war. Oben angekommen, wurden - generalstabsmäßig geplant - die Schützen postiert, denn nichts sollte dem Zufall überlassen werden. Janosch schliefte bei einer Röhre unserer Wahl ein, die gefiel ihm aber nicht, weshalb er gleich wieder oberirdisch auftauchte, nur um in die benachbarte Röhre einzutauchen. Praktisch zeitgleich war sein vehementer Laut zu hören – es war etwas zu Hause! Da der Laut schon sehr knapp nach der Einfahrt begonnen und sich dann kontinuierlich wegbewegt hatte, ohne dass jedoch aus einer der vielen Röhren ein Fuchs auftauchte, vermuteten wir schon, dass möglicher Weise ein Dachs daheim war. Macht nichts, Janosch arbeitet mit Hirn am Dachs, freigegeben war er auch noch – wir wollten es also versuchen. Nach etwa 20 Minuten orteten wir Janosch und konnten deutlich seinen Laut hören, nach nur wenigen Spatenstichen war die Endröhre in unglaublichen nur 30cm Tiefe offengelegt und mir blitzte etwas entgegen, was ich für die Grannen eines Dachses hielt. Irgendwie ging es dann aber doch zu schnell, der bedrängte Dachs schob vehement nach vorn und war wieder weg. Darf´s denn sowas geben?! So schnell hätten wir fertig sein können… so wurde aber die zweite Runde eröffnet. Als sich einige Zeit lang nicht wirklich etwas tat, beschlossen wir, Janosch Affi als Unterstützung zu schicken. Es gab viel Bewegung in der Burg, wir orteten sie mal hier, mal da, aber so richtig fest waren sie nie. Wir begannen auch einen Einschlag, worauf sich unterirdisch aber alles wieder umstellte. Dann ahnten wir unsere zweite Chance gekommen und nach einem 1,3m tiefen Einschlag konnten wir zuerst Janosch abziehen und anleinen, dann endlich Affi, die hartnäckig arbeitete.

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Schnell, jedoch nicht ohne ein paar technische Schwierigkeiten, die uns später noch einmal fast in den Wahnsinn treiben sollten, wurde der Dachs erlegt und Affi zog ihn aus der Röhre. Geschafft!

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Die Begeisterung ob der erfolgreichen Arbeit war groß, im Freudentaumel sah einer der Revierinhaber jedoch einen zweiten Dachs aus der Endröhre heraushuschen, unter dem Einschlag durch und wieder hinein ins schützende Röhrensystem seiner Burg. Sch…! Die nun folgenden Kommentare mag ich hier nicht wiedergeben, vorstellen kann man sie sich allemal. Die Gesichter wurden schlagartig lang und länger, es war also noch nicht ausgestanden. Ein Glück, dass Dummheit (oder Schlamperei?) nicht weh tut!

Was nun folgen sollte werden wir uns noch jahrelang bei den diversen Gelegenheiten erzählen, mancher wird es als “Jägerlatein” abtun, aber die, die dabei waren, wissen um den Wahrheitsgehalt.
Affi wollte, so wie wir eigentlich, anfangs gar nicht wahrhaben dass die Arbeit noch nicht beendet war und stattdessen lieber ihr Wütchen am bereits erlegten Dachs kühlen.

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Sie schliefte dann aber doch wieder ein um Janosch zur Seite zu stehen, die beiden arbeiteten hoch ambitioniert. Bei einem der nächsten Einschläge hätten wir wieder zum Erfolg kommen können, aber das Glück war diesmal wirklich nicht auf unserer Seite. Affi wurde schnell abgezogen um mehr Platz zu haben, aber der Dachs war nicht festzuhalten und entwischte wieder. Von nun an arbeitete Janosch allein und bei einem der nächsten Einschläge war uns nicht nur das Glück, sondern vor allem die Technik nicht hold. Nach mehrmaligem Versagen der Pistole sprang der Dachs aus dem Einschlag und verschwand in der nächstgelegenen Röhre! Wir waren der Verzweiflung, Janosch der Erschöpfung nah. Einige Zeit später ließ sich Janosch vom Revierinhaber Christoph aus einem Einschlag heben, was eine absolute Premiere war – er hat sich noch nie von jemand anderem als uns beim Baujagen angreifen lassen. So fertig war der kleine Kerl, nur noch ein erdverschmutztes Häufchen Elend. Ich trug ihn also hinunter ins warme Auto, gab ihm Wasser und holte stattdessen Obi, den wir an dem Tag wg. einer Verletzung knapp unter dem Auge eigentlich gar nicht einsetzen wollten. Aber wenn uns jetzt noch jemand helfen konnte, dann er. Noch ein paar Stunden und weitere Einschläge später hatte Obi tatsächlich strategisch die Oberhand und schaffte es, den Dachs aus einer Röhre zu sprengen, direkt Christoph entgegen, der schon die längste Zeit am Boden liegend gewartet hatte! Die letzten 3 Patronen der Pistole ließen uns diesmal jetzt GsD nicht im Stich, nichtsdestotrotz verschwand Grimmbart ein paar Meter wieder unter der Erde. Das konnte doch unmöglich wahr sein?! Obi war ihm auf den Fersen und gab schon wieder Laut… Allmählich aber konnte man Obi nicht mehr hören, es bestand also Hoffnung, dass die Schüsse wirklich so gut gesessen hatten wie es ausgesehen hatte. Was uns mit der Zeit allerdings unruhig werden ließ war, dass Obi nicht auftauchte! Er muss irgendwie in einer Endröhre hinter den Dachs gelangt sein und konnte jetzt nicht mehr an ihm vorbei ins Freie – man hörte ihn winseln, er war also in einer verzwickten Situation. Ein Loch mehr oder weniger war an diesem verhexten und grabintensiven Tag auch schon egal, Einschlag Nr. 13 brachte somit zuerst den erlegten Dachs, dann den hinten dranhängenden Obi ans Tageslicht.

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Die Erleichterung und Freude aller Beteiligten war groß, Obi war wahrscheinlich nicht minder glücklich, endlich ins warme und trockene Auto zu können, wo er sich sofort einringelte und vor Erschöpfung einschlief. Die einer Kraterlandschaft ähnelnde Oberfläche wurde wieder begradigt und nach ein paar Erinnerungsfotos konnten wir endlich zum schwerverdienten ersten Essen dieses Tages aufbrechen.

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Hätten wir uns in der Freude über das erste Waidmannsheil die Zeit genommen, die Endröhre ordentlich zu kontrollieren, wäre alles um die Mittagszeit erledigt gewesen. So kamen wir gerade pünktlich zum Abendessen ins Wirtshaus, mit einem ordentlichen Muskelkater, nicht weniger großem Durst und einem Auto voller angeschlagener Terrier – aber auch um ein Jagderlebnis reicher, das man wirklich nicht alle Tage hat!

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Was ich fast vergessen hätte – das Kontrollieren des zweiten und letzten Baus haben wir uns für nächstes Wochenende aufgehoben;)

Immer wieder für Überraschungen gut…

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…ist das Niederwildrevier eines befreundeten PRT-Führers, wo seit einigen Jahren der Baujagdtag ein Fixtermin in der Baujagdsaison ist. Aus Baujagdsicht war in den letzten 2-3 Jahren aber nie viel los, sei es weil wir einfach kein Glück hatten oder weil ohnehin das ganze Jahr über konsequent Raubwild bejagt wird. Letztes Jahr kam uns ja am hellichten Tag eine Schwarzwildrotte in die Quere, wovon auch ein Stück mit einer alten Verletzung zur Strecke gebracht werden konnte.
Heuer war alles anders als sonst. Bereits im ersten Bau konnte Affi nach kurzer Arbeit einen Fuchs sprengen, der auch erlegt wurde. So schnell kann´s gehen!

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Im zweiten Bau ging anfangs alles schief – zuerst hieß es, es sei ein Kunstbau mit 2 Röhren, finden konnten wir allerdings nur eine Einfahrt hinter einer Schneewächte, worin dann auch Affi und Anda verschwanden.

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Ich stand noch in der Nähe der Röhre um zu lauschen, ob sich drinnen etwas tut – plötzlich schaute ich einem Fuchs in die Augen. Darf´s denn sowas geben – Herr, schmeiß Hirn vom Himmel…
Der Fuchs verschwand natürlich wieder im Bau und keiner rechnete mehr so recht damit, dass sich hier in absehbarer Zeit noch etwas tun würde. Da hatten wir uns aber ordentlich getäuscht! Keine 5 Minuten später sprang plötzlich wieder ein Fuchs, wurde auch beschossen, aber wie heißt´s so schön? “Daneben ist immer mehr Platz”. Der suchte also das Weite und war uns durch die Lappen gegangen, wir konnten ihn bei seiner Flucht übers freie Feld über hunderte Meter verfolgen – was unserer Laune jedoch nicht sehr zuträglich war;) Der Bau war offensichtlich verhext!
Von den Hunden war jedoch noch nichts zu sehen, möglicherweise versteckte sich also ein zweiter Rotrock in der Erde? Etwas später sprang schon wieder ein Fuchs, verschwand aber ein paar Meter rechts von der eigentlich bejagten Röhre im “Nichts”. Siehe da – da war sie doch, die besagte Kunstbauröhre, verdeckt von einem Stück Textilgewebe! Offensichtlich hatte dieser Kunstbau aber nur 1 Röhre und was die Hunde gerade bejagten, war eine wiedereröffnete uralte Dachsburg, die vor rund 2-3 Jahren komplett aufgegraben worden war, weil sie das Feld gefährlich unterminiert hatte. Gigantische Kessel, wo ein Mensch locker drinnen Platz hatte und ein verästeltes Röhrensystem ungeheuren Ausmaßes wurden dabei freigelegt und anschließend zugeschüttet. Niemand hatte damit gerechnet, dass dieser Bau schon wieder in solch nennenswertem Ausmaß reaktiviert worden war. Wie dem auch sei, der Fuchs steckte jetzt im Kunstbau, Affi und Anda waren auch gleich darauf da und suchten ihren Kontrahenten. Affi schickte ich in den Kunstbau hinterher, Anda behielt ich heraußen und brachte sie zum Auto. Da der Fuchs jetzt natürlich hartnäckig geworden war, schickten wir Affi nach einiger Zeit Obi zur Hilfe, die beiden arbeiteten Reineke dann auch ans Tageslicht – der aber verschwand wieder im Naturbau (meinte zumindest ein Schütze, der direkt gegenüber postiert war). Wir selbst waren eigentlich fest davon überzeugt, dass zwar die Hunde wieder in den Naturbau gewechselt hatten, der Fuchs jedoch noch einmal in den Kunstbau einschlieft war. Affi und Obi höre man daraufhin im Naturbau arbeiten, die Messung ergab einen Fixpunkt, an dem wir dann auch einen Einschlag machten. Unten nach rund 1 Stunde angekommen, war jedoch nichts zu finden – was war da los? Wir waren schon etwas verzagt, hatten die Hunde aus diesen 2 benachbarten Bauen in den letzten 2 Stunden doch insgesamt 4 mal Sprengarbeit geleistet, jedoch ohne dabei von den Schützen nennenswert unterstützt worden zu sein… Nachdem wir im Naturbau irgendwie nicht mehr so recht vorankamen beschloss ich, Affi noch einmal einen Blick in den Kunstbau werfen zu lassen. Sie verschwand blitzschnell darin und ward für die nächsten 15 Minuten nicht mehr gesehen. Das passiert nur, wenn auch etwas drinnen ist! Als sie dann einmal kurz heraußen auftauchte zogen wir sie ab und ersetzten sie durch Janosch, unseren “Mann fürs Grobe”. Der schaffte es dann auch tatsächlich in rund 10 Minuten den Fuchs noch ein Mal, das letzte Mal, zu sprengen. Somit hatten wir also den zweiten Fuchs dieses Tages in der Tasche, wenn auch hart erarbeitet.

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Nach kurzer Beratschlagung wurde der Einschlag im Naturbau wieder rasch zugeschüttet und wir fuhren weiter, um die restlichen Baue zu kontrollieren. Am Weg zum übernächsten Bau sahen wir die andere Gruppe wie die Zinnsoldaten an einer Böschung aufgefädelt stehen, offensichtlich warteten sie darauf, dass ein Fuchs springen sollte.

Den Schüssen kurz danach zu urteilen passierte das auch und wir sahen in rund 150m Entfernung den beschossenen Fuchs flüchten – schräg in unsere Richtung. Schnell versuchten wir, ihm den Weg abzuschneiden, Janosch und Anda wurden geschnallt und tatsächlich war Janosch rechtzeitig zur Stelle um ihn zu bekommen. Fuchs Nummer 3 in diesem Revier war also erlegt!

Erst der allerletzte Bau, den wir anschließend kontrollierten war wieder befahren, die Vermutungen ergaben allerdings, dass es sich wohl eher um einen Dachs handelte. Da um 15:00 Uhr bereits die Streckenlegung geplant war und eigentlich niemand mehr so recht motiviert war für eine zeitraubende Dachsjagd, ließen wir den Dachs Dachs sein und traten den Rückzug an, sobald sich Obi abziehen ließ (was bei ihm ein Weilchen dauern kann).
Trotz aller Schwierig- und Widrigkeiten hatten wir also einen wirklich erfolgreichen Baujagdtag, an dem die Hunde insgesamt 6 mal einen Fuchs gesprengt hatten. Hätten wir Fortuna etwas mehr auf unserer Seite gehabt, wäre das Ganze deutlich schneller erledigt gewesen – so blieb aber wenigstens Raum für Spekulationen und Theorien. Bestand evtl. eine kleine Verbindung zwischen Kunst- und Naturbau? Sollte tatsächlich noch ein 3. Fuchs in dem Bau gesteckt haben, den wir mangels Zeit nur nicht bekommen haben? Wir werden es nie erfahren, spannend war es auf jeden Fall und die Revierinhaber waren mehr als froh über den erfolgreichen Jagdtag!

Auch wenn “einfach” anders geht:)
Und die besten Fotomotive des Tages waren, so wie auch am darauffolgenden Sonntag die, wo ich gerade keine Kamera zur Hand hatte bzw. anderweitig beschäftigt war…

Sonntag, 17. Januar 2010

Next Generation

Gestern war wieder ein alljährlich wiederkehrender Fixpunkt in der Baujagdsaison, ein revierübergreifender Baujagdtag nordöstlich von Wien. Unter Beteiligung von über 60 Hundeführern mit teils langen Anfahrtswegen konnte heuer die beste Strecke seit Bestehen dieser Initiative, eine richtige Rekordstrecke also zustandgebracht werden. So weit so gut, wäre das jagdliche Glück von den zuständigen Göttern und Schutzherren- bzw. herrinen nur etwas gerechter verteilt worden. In keinem der unseren Freunden und Bekannten zugeteilten Reviere konnte ein Erfolg verbucht werden, auch nicht bei uns.
Einzige Ausnahme davon waren die Gespanne mit Cwn Annwfn Arduinna und Kumenberg Ariel, die gemeinsam losgezogen sind. In einem 1-röhrigen Feldbau konnten nach harter Arbeit 2 Füchse zustandegebracht werden. Gina wird jetzt zwar eine kleine Zwangspause brauchen, sobald die Nase wieder heil ist, geht´s aber weiter. Es freut uns natürlich, dass die Tica-Tochter und der Obi-Sohn erfolgreich waren.

Zuletzt noch ein Foto der Rekordstrecke mit 94 Füchsen, 1 Dachs und 14 Mardern, die sicher vielen Junghasen und Fasan- bzw. Rebhuhngelegen das Überleben erleichtert.

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Montag, 11. Januar 2010

0-2°C Tageshöchsttemperatur, Eisregen & Wind

Klingt das nicht fein? Die normale Reaktion auf eine derartige Wettervorhersage wäre daheim zu bleiben und es sich mit einer Tasse Tee oder Glühwein, eingemümmelt in eine flauschige Decke auf der Couch vor dem Fernseher gemütlich zu machen.
Unser Wochenendplan sah ganz ähnlich aus – 2 Tage Drückjagd im Burgenland… Der Spruch “es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung” hat ja durchaus etwas Wahres an sich, aber ab einer gewissen Menge Nässe von oben, unten & seitlich wird es irgendwann einfach ungemütlich, man muss nur lang genug durchhalten. In Verbindung mit den Stacheln von Brombeeren & Akazienjungwäldern eine delikate Mischung, durchaus geeignet, die Laune so manchen Treibers ebenso frostig werden zu lassen wie die Umgebungsbedingungen. Mit der passenden Ausrüstung war´s dann schlussendlich eigentlich ganz erträglich und nach dem Motto “was dich nicht umbringt macht dich härter” schickten wir sämtliche Hunde, die nicht an Baujagdverletzungen laborierten ins Rennen. Sogar die Kleinsten schlugen sich wirklich tapfer und trotzden den absolut widrigen Bedingungen. Leider Gottes sollte sich der Aufwand besonders am Samstag nicht recht bezahlt machen, nicht eine Sau verirrte sich in die beiden Triebe, nur 2 Füchse kamen zur Strecke. Am Sonntag dann hatte wenigstens der Eisregen aufgehört, der Rest war jedoch wie am Vortag. Im ersten Trieb konnten 4 Stück Schwarzwild erlegt werden, leider Gottes hatten sie sich am linken Ende des Triebs eingeschoben, während wir uns an der rechten Flanke durchs Gestrüpp schlugen. Außerdem fielen wieder 2 Füchse und gegen Ende des zweiten Triebs machte Obi beim neu Anstellen an einer Querstraße einen Marder in einem Holzhaufen ausfindig. Gemeinsam brachten unsere Hunde den Marder zum Springen, so dass er von einem Durchgehschützen auf der Rückseite des Holzstoßes erlegt werden konnte. So gab es für die Jüngsten wenigstens noch ein echtes Erfolgserlebnis.

Der Bann ist gebrochen!

In der Hoffnung, den Aufwärtstrend von Donnerstag nützen zu können, rückte ich am Freitag mit einem befreundeten Baujäger und ein paar Schützen gleich noch einmal aus. Im Revier, in das wir fuhren, sprangen im letzten Jahr gleich 4 Füchse – jeweils im Doppelpack. Und das, obwohl das ganze Revier nur ungefähr 6-7 Baue kannte. Die Hoffnung war also groß, das Wetter schlecht.
Die ersten beiden Feldbaue, jeweils mit nur 1 Röhre, waren teils zugeschneit und ohne Fuchsfährten, lediglich ein Hase schien die zweite Röhre im Vorbeigehen näher in Augenschein genommen zu haben. Affi, unser “Anzeigespezialist”, interessierte sich nicht die Bohne für die beiden Röhren, weshalb wir weiterfuhren um eine Röhre unter der Forststraße weiter oben im Wald zu kontrollieren. Die Dackelhündin unseres Freundes schliefte durch, wieder nichts daheim. Den nächsten Bau fanden wir leider nicht, da von den Anwesenden noch niemand dort gewesen war und der einzige, der wußte wo er zu finden war, leider nicht zum Treffpunkt erschienen war. Also zurück zu den Autos und wieder retour. Der nächste Bau, aus dem im Vorjahr 2 Füchse gesprengt werden konnten, lag inmitten eines gewaltig großen Schlages, der komplett mit gut bauchhohem Brombeerdickicht zugewuchert war. Nach einer intensiven Drückjagdsaison kann das einen Treiber/Terrierführer aber nicht ernsthaft erschüttern, also Augen zu und durch. Die exakte Lage des Baus war nicht ganz klar, weshalb wir etwas suchen mussten, jedoch bald fündig wurden. Auf den ersten Blick lagen 3-4 recht große Röhren vor mir, vor einer davon hatte sicher noch am selben Tag ein Fuchs gedöst, was man am runden Abdruck des Liegeplatzes im Schnee und den Spuren gut sehen konnte. Affi schliefte ohne zu zögern rasch ein, was bei ihr bedeutet, dass der Bau entweder befahren ist oder noch vor kurzem befahren war. Sie war noch keine halbe Minute verschwunden, da stand auch schon ein kräftiger Fuchs vor uns! Den Schützen ging das alles eine Spur zu schnell, außerdem hätten sie nur direkt auf den Bau zielen können, was GsD keiner von ihnen gemacht hat, da dort jederzeit der Hund auftauchen kann. Als der Fuchs realisiert hatte, dass er nicht allein war, machte er kehrt und verschwand wieder im Dunkeln einer Röhre, sogleich verfolgt von Affis Laut… Ja fix noch einmal, darf denn das wahr sein?!
Jetzt war klar, einfach würde die Sache nicht werden. In den nächsten Minuten meldeten die Schützen noch jede Menge Röhren, verteilt über eine große Fläche des Hügels, verborgen durch die vielen Brombeeren. Offensichtlich hatten wir es hier nicht mit einem durchschnittlichen Fuchsbau, sondern einer veritablen Dachsburg – mindestens so alt wie der Berg, auf dem sie gelegen war (wenn nicht älter;)) – zu tun! Den Revierinhabern war das bis dato auch nicht klar, erst jetzt realisierten sie, was sich da über Jahre ohne ihr Wissen in den Brombeeren verborgen hatte. Nun gut… noch gab es keinen Grund aufzugeben, vielleicht konnten die Hunde ja doch etwas zustande bringen, auch wenn die Bedingungen alles andere als einfach waren. Affi arbeitete in der nächsten halben Stunde den Fuchs, was man an ihrem Laut erkennen konnte. Ab und zu schaute sie kurz aus einer Röhre heraus, nur um gleich entweder in derselben oder einer benachbarten wieder zu verschwinden. Das ist ihr Arbeitsstil als klassischer “Flieger”. Nach einer halben bis dreiviertel Stunde erschien sie jedoch immer öfter oberirdisch und auch ihr Enthusiasmus schien etwas nachgelassen zu haben. Was war da los? Ich entschloss mich, Affi abzuziehen und Janosch eine Chance zu geben. Janosch arbeitete ebenfalls rund eine halbe bis dreiviertel Stunde, man konnte jedoch seinen markanten Laut nicht wirklich hören. War er zu tief oder gab er keinen Laut? Ich konnte ihn zweimal an ein und derselben Stelle orten, wo er jeweils auch recht hartnäckig verweilte und das Gute daran war, er war nur knapp einen Meter unter uns! Als er das zweite Mal von dort weg war, schickte ich ihm als letzte Möglichkeit noch Affi zur Hilfe – in dem gewaltigen Röhrensystem mit zig Auslässen und großen Röhrendurchmessern würden sich die beiden wohl kaum ernsthaft in die Quere kommen. Sobald Affi wieder drinnen war, war sie ebenfalls an besagter Stelle zu orten, während Janosch eher den Rest des Baus absuchte, jedoch ohne dabei etwas Spannendes zu finden. Ich hängte also Janosch an und wir machten einen Einschlag. Bei knapp einem Meter war nicht viel verhaut und wer weiß, vielleicht machte es ja Sinn? Das Erdreich war wider Erwarten sehr gut zu graben und in Kürze waren wir auf der Röhre. Schon als wir uns der Röhre näherten, wunderte ich mich aber, weshalb wir – obwohl Affi gut festhielt – keinen Laut zu hören bekamen. Das hatten wir sonst nur, wenn das Raubwild bereits abgetan war. In der Röhre angekommen, erweiterten wir den Einschlag etwas und schickten Affi, die kurz zuvor heroben aufgetaucht war, wieder hinein. Sofort begann sie, einen schon verendeten Fuchsrüden aus der Endröhre zu ziehen!DSC_3972a

Unsere Mitjäger wollten nach der ersten Freude über den Jagderfolg den Einschlag schon wieder zuschütten, wir Hundeführer fanden es jedoch einen Versuch wert, die Hunde nochmals hineinzuschicken um Gewißheit zu haben, ob vielleicht noch ein zweiter Fuchs hinter dem ersten war. Und gut war´s – tatsächlich steckte hinter dem Rüden noch die starke Fähe, die anfangs gesprungen war… Nachdem sie mit einer Kurzwaffe erlegt worden war, konnten wir also den Einschlag wieder zuschütten und den Rückweg antreten. Die Revierinhaber waren sehr froh, wieder etwas für das Niederwild und besonders die nächste Generation an jungen Hasen, Fasanen und Rebhühnern im Revier getan zu haben.
Im nächsten und letzten Bau, gelegen an einer Flussböschung mit Einfahrtsröhre auf einer Wiese, bescherte uns die Dackelhündin ein Graberlebnis, aus dem anfangs keiner so recht schlau wurde. Der Dackel arbeitete, nachdem ihm die verschneite und spurenlose Eingangsröhre etwas erweitert worden war, gut 1,5 Stunden sehr ambitioniert, der mühevolle Einschlag auf knapp 2m brachte jedoch einen leeren Kessel mit kleiner Seitenröhre Richtung Böschung zu Tage – sonst nichts. Dieser Bau hatte Affi von Anfang an nicht im Geringsten interessiert, erst auf mein Betteln hin bequemte sie sich einzuschliefen, als der Dackel bereits genug hatte und die Weiterarbeit verweigerte. Sie quietschte in der kleinen Seitenröhre etwas herum, irgendwas muss also dort gewesen sein – für einen Fuchs war hier aber kein Platz, die Röhre war ja gerade mal einen halben Meter lang und leer, Affi konnte drinnen umdrehen. Laut gab es von ihr nie zu hören, sie hatte also keinen Wildkontakt.
Im Nachhinein und nach Beratung mit anderen erfahrenen Baujägern scheint es am plausibelsten, dass der kleine Bau einem Iltis Schutz geboten hat, der sich durch eine winzige Ausgangsröhre verdrückt haben muss, als er gestört wurde. Die 3 Stunden im Schneeregen (mehr Regen als Schnee, wenn man es genauer betrachtet) hätten wir uns also sparen können – hätten wir nur gleich alle auf Affi gehört;)

Es geht bergauf…

Vergangenen Donnerstag hatte unsere Durststrecke was die Baujagd auf Füchse betrifft endlich ein Ende. In den unserer Gruppe zugeteilten Revieren waren zwar – wieder einmal – sämtliche Baue leer, obwohl einige recht gut abelaufen waren und auch den typischen Geruch verströmten. Ein paar der Schützen waren recht verzagt, da sie anscheinend unrealistisch hohe Erwartungen gehabt hatten, aber das kann man nicht ändern. Wenn nichts daheim ist, muss man das akzeptieren.
Gegen Mittag dann kam ein Anruf, dass in einer anderen Gruppe eine Dackelhündin einen Fuchs bereits gesprengt hatte, der aber sofort wieder in die Nachbarröhre eingeschlieft sei und dann natürlich keinerlei Ambitionen mehr hatte, nochmals seinen Bau zu verlassen. Erste Grabversuche waren gestartet worden, aber die Hündin konnte den Fuchs nicht richtig festmachen. In so einem Fall ist normalerweise ein etwas härterer Hund vonnöten, weshalb wir mit den Terriern ausrückten. Unsere Wahl fiel auf Obi, der den Fuchs auch recht bald in dem großen Bau gefunden hatte und ihn in einer sehr engen Röhre festmachen konnte. Also “ran an die Spaten” und graben… im sandigen Erdreich war der Einschlag schnell geschafft, tief war es ja GsD auch nicht. Die Röhre war so eng, dass Obi großteils seitlich liegend arbeiten musste, was ihn aber nicht weiter störte.

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Als sich eine Möglichkeit bot ihn abzuziehen, wurde der Fuchs mit einer Kurzwaffe erlegt und die Dackelhündin durfte ihn zur Belohnung das kurze Stück aus der Röhre ziehen.
In den weiteren Bauen, die wir an diesem Tag noch kontrollierten war wieder nichts drinnen, aber zumindest hatten wir ja schon einen kleinen Erfolg in der Tasche.
Beim Schüsseltrieb am Abend erfuhren wir dann, dass in einem anderen Revier dieser Hegeringbaujagd Arduinna gearbeitet hatte und 2 Füchse sprengen konnte!

Dienstag, 5. Januar 2010

WANTED

Dead or alive;) Auch an unserem zweiten Baujagdtag in diesem Jahr, diesmal im zukünftigen Revier von CA Caradoc – alias “Caron”, bekamen wir keinen einzigen Fuchs zu Gesicht. Wieder war in keinem der über 15 kontrollierten Baue ein Rotrock zu Hause, offensichtlich hat die Gattung Vulpes vulpes heuer Besseres zu tun, als tatenlos daheim herumzusitzen und auf ungebetenen Besuch zu warten… irgendwie verständlich, trotzdem etwas unerfreulich.

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Stattdessen kamen unsere 2 Gruppen auf insgesamt sage und schreibe 4 Dachse! So weit so gut, eigentlich ja eine sehr erfreuliche Bilanz. Leider waren die Dachsburgen bzw. Baue in keinem der 4 Fälle grabbar, da deutlich tiefer als 3m. Also hieß es warten, warten und nochmals warten… Toby, ein Halbbruder von Obi, verbrachte gleich in einem der ersten von ihm kontrollierten Baue 4 Stunden. GsD hatte er nur ein paar Kratzer abbekommen, als er endlich wieder ans Tageslicht kam. Zu dem Zeitpunkt hatte Janosch in unserer Gruppe schon gut 2 Stunden in einer anderen Burg verbracht, ebenfalls Prädikat “ungrabbar”. Während meine bessere Hälfte darauf wartete, dass Janosch wieder herauskommt, machte ich mich mit Affi und den Revierinhabern auf den Weg, um ein paar weitere Baue zu checken. Wie es der Zufall will, steckte im zweiten Bau schon wieder ein Dachs! Zum Haare raufen… Während Affi ihren Gegner bearbeitete und verbellte, tauchte etwas weiter oben am Hügel endlich Janosch wieder auf, nachdem er gut 2 Stunden im Bau gewesen war. Der Knilch hat scheinbar mehr Hirn als wir ihm zugetraut haben, denn auch als er in einer der nächsten Gelegenheiten auf seinen 3. Dachs an diesem Tag traf und ca. 1,5 Stunden mit ihm verbrachte, überstand er dieses Intermezzo ohne auch nur einen Kratzer davonzutragen. Sehr erfreulich eigentlich, denn da Obi auch nicht jünger wird, haben wir somit einen brauchbaren Nachfolger zum Dachsgraben.

Auch wenn wir heute also nichts zustande bringen konnten, war es dennoch ein schöner Jagdtag. Besonders gefreut hat es uns, den kleinen Caron und seine Besitzer wiederzusehen, mit denen er wohl nicht mehr Glück hätte haben können:) Affis bislang einziger Sohn hat sich zu einem typvollen kleinen, aber substanzvollen Jungrüden gemausert – mit gut ausgeprägtem Ego und zu allem bereit:)

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Sonntag, 3. Januar 2010

Alles ist anders

Nach einer letzten Jagd im alten Jahr am Silvestertag hatten wir nur eine kurze Verschnaufpause, da bei uns am Neujahrstag traditionell die Jagd ruht. Am 2. Jänner war aber schon der Auftakt für die "echte" Terrierarbeit - die Bauarbeit. Ein nahtloser Übergang also zwischen Riegeljagdeinsätzen und der Arbeit unter der Erde. Nach den 18 Einsätzen auf Schwarzwild, die wir inzwischen in den Beinen haben, ist die Jagd auf Fuchs & Dachs jetzt eine willkommene Abwechslung.

Schon das 3. Jahr in Folge wurden wir in dieses ertragreiche Niederwildrevier eingeladen und bislang hatten wir dort erfreulicher Weise immer Erfolg. Wer etwas Erfahrung mit der Baujagd in unserer Gegend hat weiß, dass das wirklich nicht selbstverständlich ist, schon gar nicht in Niederwildrevieren, die gezwungener Maßen das ganze Jahr über bemüht sind, die Raubwildzahlen in einem erträglichen Bereich zu halten. Nicht selten kommt es vor, dass man 30-40 Baue kontrolliert und nichts daheim ist!

Im Gegensatz zum letzten Jahr, wo gleich der erste Bau befahren war, gestaltete sich die Sache heuer etwas zäher - und unangenehmer. 2009 blauer Himmel und Sonnenschein, kam uns gestern der Schnee waagrecht entgegen, schuld daran war der heftige Sturm. Bei Temperaturen um die 0°C war der Boden noch nicht gefroren, was sich in kiloschweren Erdklumpen an den Schuhsohlen unangenehm bemerkbar machte. Insgesamt sollte man meinen, dass die Füchse bei diesem "Sauwetter" im Bau stecken würde, dem war jedoch nicht so. Wieder einmal hat sich bestätigt - bei der Baujagd gibt´s keine allgemeingültigen Gesetze!
Alle Baue, die wir mit Affi kontrollierten waren leer, obwohl einige davon durchaus erfolgversprechend aussahen und auch der Geruch verriet, dass der letzte Besuch von Reineke noch nicht all zu lang her sein konnte. Selbiges, als wir dann die letzten Baue mit Obi kontrollierten.

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Wie das nun mal so ist hatte sich schon allgemeine Frustration breit gemacht und richtig motiviert war von den Schützen eigentlich keiner mehr, als wir zum allerletzten Bau - einer uralten und gigantischen Dachsburg kamen. Letztes Jahr war sie leer, heuer jedoch sollte sie uns eine weitere neue Erfahrung bescheren...


Obi verschwand durch das offensichtliche Dachsg´schleif in der größten Röhre und blieb ein paar Minuten verschwunden, bevor wir ihn recht nah bei einer anderen Röhre kurz Laut geben hörte. Offensichtlich herrschte rege Bewegung in der Burg, sonst hätte er andauernd verbellt und attackiert. Bald darauf wieder kurzer Laut, dann nichts mehr. Der neue Bellman & Flint Sender rechtfertigte daraufhin seine Anschaffung und Obi konnte viele Meter von der Einschliefstelle entfernt geortet werden, er lag fest vor. Also zurück zum Auto, um die Schaufeln zu holen... Während die Engländer eher enttäuscht sind wenn ein Fuchs springt und nur das “Digging” für sie ECHTE Baujagd ist, ist das in unseren Breiten genau umgekehrt – wenn nichts springt, sind alle enttäuscht und beim Graben hält sich die Motivation meist in recht engen Grenzen;)
Eigentlich gingen die Grabarbeiten diesmal aber recht flott vonstatten und nach rund 2 Stunden kam es punktgenau zum Einschlag in die Röhre, die sich als Endröhre mit großem Kessel entpuppte. Allerdings  war Obi in der letzten Stunde ab und zu aus dem Bau gekommen, was nicht unbedingt typisch für ihn ist wenn gegraben wird und was wir vermissten, war sein typischer Laut am Raubwild, den man hört, wenn man sich dem Ort des Geschehens in der Tiefe nähert. Es war also nicht ganz klar, was sich da unten eigentlich abspielte. Nachdem der Einschlag etwas erweitert worden war und der Kessel ausgeräumt war, kam schön langsam Licht ins Dunkel... Affi, die wir vom Einschlag aus ansetzen wollten, weigerte sich einzuschliefen - weil Obi sie von der anderen Seite aus verknurrte! Irgendwas war da…

Nach ein paar weiteren Minuten war klar – Obi war schon fertig mit der Jagd. Sein Gegner, ein Jungdachs, war ihm unterlegen gewesen und bereits von ihm abgetan worden. Nachdem der Weisse angeleint war, zog Affi den Dachs nur noch aus der Röhre und der Einschlag wurde wieder zugeschüttet.

Wieder um eine neue Erfahrung reicher und etwas perplex traten wir also den Rückweg an, Obi hatte bis auf eine einzige Bissverletzung über dem Schulterblatt keinen Kratzer davongetragen.

Die einzige allgemeingültige Regel bei der Baujagd ist wirklich, dass es keine Regeln gibt! Jede Baujagd ist anders, es gibt nichts, was es nicht gibt…

Und Obi ist mit seinen fast 8 Jahren noch kein bisschen leise…